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Der Rosengarten wird immer grüner
Wolf Goldschmitt

Der Rosengarten wird immer grüner

Der Rosengarten wird immer grüner

Mannheim. Bastian Fiedler hatte schon immer ehrgeizige Pläne. Der Geschäftsführer der Mannheimer m:con brachte nicht nur das Eventhaus Rosengarten für die Zukunft auf Kurs. Er will auch die Veranstalter von Tagungen und Kongressen auf seine Seite ziehen. „Mehr Nachhaltigkeit“ lautet sein Projekt, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen soll.  Einerseits werden die Macher von Messen und Konferenzen dank eines ausgeklügelten Rabattsystems für ihr "grünes" Engagement belohnt und können ihre Mietkosten deutlich senken. Gleichzeitig wird die Umweltbelastung, die zwangsläufig bei Großveranstaltungen entsteht,geringer. 

Fast eine halbe Million Gäste kommen jedes Jahr in den Rosengarten. Mit 44 Sälen auf mehr als 22 000 Quadratmeter Fläche bietet er Platz für maximal rund 9000 Teilnehmer. Ob Konzert oder Kongress, bei jedem Termin im prallgefüllten Kalender schlägt Umweltbelastung zu Buche. „Mit unserem neuen Konzept wollen wir gegensteuern. Damit übernimmt m:con in der Branche eine Pionierrolle", so Fiedler auf einer Pressekonferenz. 

Künftig können die Ausrichter bis zu sieben Prozent des Buchungspreises sparen, wenn sie ihre Veranstaltungen nachhaltiger als bisher organisieren. Die Palette der Chancen, Bonuspunkte zu sammeln, reicht vom umweltgerechten Mobilitätsverhalten von Besuchern z.B. bei Nutzung des ÖPNV oder der Bahn, dem Abfallmanagement, das auf den Einsatz recyclingfähiger oder biologisch abbaubarer Produkte und Verpackungen achtet bis zum Catering, das von der Hotelkette Dorinth gemanagt wird. Aufgrund der räumlichen Nähe zu diesem Nachhaltigkeitspartner sieht Fiedler "eine optimale Ressourcennutzung und jede Menge Synergien." Das Vier-Sterne-Haus hat sich verpflichtet, seine Dienstleistungen auf das „Ziel Klimaneutralität“ bis zum Jahr 2050 auszurichten. Bereits heute besteht eine Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Mannheimer Verein „Foodsharing“, der übrig gebliebene Lebensmittel von Banketts an bedürftige Menschen weitergibt. Ein Beispiel: Bei einem Büffet für 100 Personen fallen in der Regel rund 40 Kilogramm Speisereste an. Alle Nahrungsmittel, die nicht mehr verwendet können, werden vom örtlichen Gastronomieservice „Refood“ abgeholt und zu Biogas verarbeitet.

Beim nachhaltigen Catering unter dem Slogan "Region-rein-Lecker" soll das Angebot der vegetarischen und veganen Speisen gegenüber Fleisch und Fisch überwiegen. Wer sich auf die Idee einlässt, kann Buffets und Gerichte auswählen, die Abfälle vermeiden. Das neue Konzept, das auf kürzere Lieferwege durch regionale Produzenten setzt, will die Hälfte der bisherigen Umweltbelastung vermeiden. Denn auch die Getränkeauswahl für die Tagungsgäste stammt aus den Kellern und Lagern von Herstellern aus einem Umkreis von höchstens 200 Kilometern.

Die m:con selbst hat die Herausforderung, Nachhaltigkeit und Veranstaltungsbranche zu vereinen,  schon lange angenommen. Ein Großteil der unzähligen Lampen im Rosengarten ist auf umweltfreundliche LEDs umgestellt.  Vor fast 25 Jahren ist  das Dach des Altbaus saniert und neu gedämmt worden und mit der Brandschutzsanierung vor sieben Jahren hat sich die Bausubstanz deutlich verbessert. Die Folge: Einsparungen beim Energiebedarf. Der Abfall des Rosengartens hat sich inzwischen um 20 Prozent reduziert, da ausschließlich recycelte Müllbeutel verwendet werden. Das Heizungs- und Lüftungssystem im Rosengarten wird von Heizkühldecken- und Böden bestimmt. Die Steuerung der Lüftungsanlage in den Räumen senkt den Energieverbrauch. Das Congress Center verfügt zudem über Systeme, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten. Die Lüftungsanlagen, die noch mit Umluft arbeiten, werden ausgetauscht, um neuen gesetzlichen Regelungen gerecht zu werden. Die gesamte Beheizung läuft vollständig über Fernwärme. Laut Aussagen des Energieanbieters MVV soll sie bis 2030 vollständig „grün“ sein.

  Bildtext: Auch die Veranstalter des jährlichen Guitar Summits mit fast 14 000 Besuchern können künftig Kosten sparen, wenn sie ihre Messe im Mannheimer Rosengarten nachhaltiger organisieren. Foto: Goldschmitt

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