Ein Besuch im „Tal 49“ zeigt, wie junge Künstler in der Talstraße 49 mit Malerei, Skulpturen und Musik einen offenen Raum für Gefühl, Widerspruch und Begegnung schaffen.
Feudenheim, Talstraße 49: Am Wochenende des 11. und 12. Oktober wurde das Open Atelier „Tal 49“ zum Treffpunkt für Kunstinteressierte aus ganz Mannheim. Roland Weber, Gründer der Facebook-Gruppe „Bilder aus Mannheim“ (rund 25.000 Mitglieder), Moderatorin Sabine Schilling und mehrere Gruppenmitglieder schauten vorbei – und erlebten eine Ausstellung, die nicht nur an den Wänden stattfand, sondern im Raum, im Gespräch und im Miteinander.
In fünf Räumen präsentierten die Veranstalter und jungen Künstler Aliço Deniz Zitzer, Marc Dalmus, Max Igor Baier und Paul Förster Plastiken, Malereien sowie Skulpturen und Alltagsinstallationen. Dazu kamen Live-Music, Drinks und kleine Snacks – ein Rahmen, der das Atelier für zwei Tage in eine atmosphärische Kunstbühne verwandelte.
Besonders eindrücklich war die Geschichte von Aliço Deniz Zitzer. Als Kind, erzählt er, war er am liebsten draußen: im Wasser, im Schlamm, zwischen Sand und Steinen. Schon früh begann er, mit Naturmaterialien kleine Welten zu bauen, Zusammenhänge zu beobachten und dem scheinbar Einfachen eine besondere Bedeutung zu geben. Dieses Gespür für Material, Komposition und Wirkung wurde später weiter geschärft – auch durch den familiären Hintergrund: In Feudenheim führte die Familie eine renommierte Meister-Floristik. Dort lernte Aliço, wie Farbe, Ebenen und Materialien zusammenspielen.
2017 stieg er bewusst in die Malerei ein – mit einer Leinwand, Farben und dem Bedürfnis, einfach anzufangen. Seitdem ist Kunst für ihn Werkzeug und Gegenüber zugleich. Gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden arbeitet er mit Acryl, Öl, Kreide, Spray, Markern, Spachteln, Fingern oder Karten – mit allem, was sich im Moment richtig anfühlt.
Die Ausstellung wirkte so vielfältig wie das Leben selbst – getragen von einer Offenheit, die sich auch im Publikum spiegelte. Unter dem atmosphärisch beleuchteten Feudenheimer Wasserturm entstand ein Ort, an dem Gefühl und Widerspruch, Klarheit und Chaos nebeneinander Platz hatten. Genau diese Mischung machte „Tal 49“ an diesem Wochenende so lebendig.
„Räume schaffen, in denen alles gleichzeitig existieren darf: Gefühl, Widerspruch, Klarheit, Chaos.“
Auch die europaweit bekannte Malerin Agnes Pschorn war als Besucherin vor Ort. Sie attestierte den Künstlerfreunden „Dalle“, „aldenzikal“, „Majestromax“ sowie „-paul fo“ beachtliches Talent – ein Zuspruch, der dem „Tal 49“ zusätzliche Strahlkraft verlieh.
Wer sich für Kunst, Ateliers in Mannheim und junge Kreativszene interessiert, findet weitere Eindrücke, Bilder und Hintergründe online: metropoljournal.com. Solche offenen Atelierformate leben vom Dialog – hinschauen, fragen, ins Gespräch kommen lohnt sich.
Bericht: Sabine Schilling / Bilder: Roland Weber

















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